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Bergknappschaft Wenige Jahre nach der Gründung von Johanngeorgenstadt, entdeckte man 1658 erstmals reiche Silbererze. Dies führte zu einem bedeutenden Aufschwung des Bergbaus. Aus diesem Grund wurde 1662 in Johanngeorgenstadt ein Bergamt gegründet und ein eigenes Bergrevier aus den Revieren Eibenstock und Schwarzenberg herausgelöst. Im Zusammenhang damit entstand auch die Knappschaft Johanngeorgenstadt. Der Johanngeorgenstädter Bergknappschaft standen zwei Knappschaftsälteste und sechs sogenannte Knappschaftsjüngste vor. Diese wurden vom Bergamt unter den Steigern des Reviers ausgewählt. Ein Knappschaftsschreiber verwaltete die Knappschaftskasse - allerdings waren alle Ausgaben von der Zustimmung des Bergamtes abhängig. Andererseits machte sich das kurfürstliche bzw. königliche Bergamt gegenüber dem Rat und dem Amt häufig für die Interessen der Bergleute stark. Zusätzlich war die Knappschaft in die Verwaltung der Stadt integriert, indem sie zwei der vier Viertelsmeister stellte. Die Knappschaft widmete sich vornehmlich sozialen Aufgaben. Wie in anderen Bergstädten auch, wurde der Büchsenpfennig gesammelt, um invalide Bergleute bzw. die Hinterbliebenen von Verunglückten zu versorgen. Um 1720 fuhren im Revier knapp 1000 Bergleute an - damals zahlte ein Häuer drei, ein Knecht zwei und ein Bergjunge 1 Groschen pro Quartal. Außerdem finanzierte die Knappschaft eine Bergschule und betrieb einen Handel mit zum Bergbau notwendigen Waren. Da in der Knappschaftskasse für die damaligen Verhältnisse größere Summen vorhanden waren, verlieh die Knappschaft ihr Kapital zinsbringend. Zusätzlich zur Knappschaft wurde 1689 eine Bergbrüder-Leichengesellschaft gegründet. Dieser gehörten die Bergbeamten, Schichtmeistern, Steigern, Bergleute und deren Witwen an - es konnten sich aber auch andere Bürger einkaufen. Gegen Zahlung von 1 Groschen pro Quartal erhielten dieMitglieder ein bergmännisches Begräbnis. Dazu war im Statut festgelegt, daß alle "in bergmännischen Habiten mit Kappen, Arschleder, Hacken und Barten" zu erscheinen hatten. Für die Beerdigung wurde das Bergleichenornat zur Verfügung gestellt. Als 1772 das Bergamt Schwarzenberg bzw. 1793 das Bergamt Eibenstock aufgelöst und nach Johanngeorgenstadt verlegt wurde, blieben die Knappschaften in Schwarzenberg und Eibenstock weiterhin selbständig. In dieser Zeit oblag einem vom Bergamt bestellten Knappschafts-Administrator. Zur Verbesserung der Versorgungslage wurde nach den Hungerjahren 1771/72 eine Bergmagazinanstalt eingerichtet. Ab 1839 betrieb die Knappschaft Johanngeorgenstadt auf eigene Rechnung einen Torfstich am Kleinen Kranichsee. 1869 brannte der Torfschuppen bei den Henneberger Häusern mit 170.000 Torfziegeln ab. Erst im Jahre 1888 endete der Torfabbau durch die Knappschaft. Zu den Traditionen der Johanngeorgenstädter Knappschaft gehört die Bergmette. Ursprünglich fand sie am ersten Weihnachtstag früh in der Stadtkirche statt. Langjährige Beschwerden der Pfarrer führten dazu, daß die Bergmetten in die Zechenhäuser verlegt wurde, wo sie in jedem Jahr am Tag vor Weihnachten gefeiert wurden. Bei einer solche Bergmettenfeier (wahrscheinlich 1740) wurde der erste Schwibbogen angezündet. Bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges fanden die Metten in traditioneller Form statt. Der andere große Feiertag der Johanngeorgenstädter Bergleute war das Bergfest, welches traditionell am Fastnachtsdienstag stattfand. Nach einer Bergparade wurde ein Berggottesdienst gehalten. Am Nachmittag gab es dann ein zünftiges Bergbier. Trotz des starken Rückgangs des Bergbaus wurde das Bergfest, abgesehen von einigen Unterbrechungen zu Kriegs- oder Notzeiten, in seiner alten Form noch bis 1938 abgehalten und war ein Höhepunkt für die gesamte Stadt. 1939 fand eine Bergparade im Rahmen der Feiern zum 1. Mai statt - danach endete die Tätigkeit der Johanngeorgenstädter Knappschaft. Im Jahre 1980 wurde die Knappschaft im Rahmen des damaligen Kulturbundes neu gegründet. Schwierig war der Anfang, denn vieles war durch den Abriß der Johanngeorgenstädter Altstadt in der Zeit des Uranbergbaus durch die SAG WISMUT verloren gegangen. Nachdem die alte Knappschaftsfahne aus dem Jahre 1838 wiedergefunden worden war, konnte eine Kopie angefertigt werden, welche heute durch die Knappschaft genutzt wird. Neben der Teilnahme an Bergparaden im Erzgebirge und weit darüber hinaus, unterstützt die Knappschaft das Schaubergwerk Frisch Glück (Glöckl), setzte sich für den Wiederaufbau des Pferdegöpels in Johanngeorgenstadt ein und ist aktiv an der Ausgestalltung des Bergbaulehrpfades beteiligt. Nach der Wende wurde die Bergknappschaft ein eingetragener Verein. Seit 1991 findet auch wieder zum Stadtgründungstag am 23. Februar der Berggottesdienst gemeinsam mit Knappschaften aus den umliegenden Orten statt. Höhepunkt ist auch die Teilnahme am Schwibbogenfest dem Johanngeorgenstädter Weihnachtsmarkt. Gute Verbindungen unterhält die Knappschaft zum Landesverband der Berg-, Hütten- und Knappenvereine des Saarlandes und zur Knappschaft Issigau in Oberfranken. Infos:
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