Die Technik der Pferdegöpel

Aufgrund ihrer charakteristischen Form kann man Pferdegöpel in alten Darstellungen einer Bergbaulandschaft sehr gut erkennen. Ein Pferdegöpel besteht aus dem pyramidenförmigen Göpelstuhl und dem daran angebauten Treibehaus, welches über der Schachtöffnung steht. Beide Gebäudeteile wurden ganz oder teilweise verbrettert bzw. mit Schindeln gedeckt.

Funktionell wichtigstes Bauteil ist die senkrecht stehende Göpelspindel, welche über einen langen Querbaum (Schwengel) von 2 Pferden gedreht wird. An der Göpelspindel befindet sich oben die Seiltrommel, auf der die beiden Förderseile gegenläufig aufgelegt sind. Befand sich die eine Fördertonne unten am Füllort, hing die andere gerade oben an der Hängebank im Pferdegöpel.

Beeindruckend sind die Abmessungen des Göpels von Neu Leipziger Glück. Die Göpelpyramide hatte bei 13,5m Höhe einen Durchmesser von 21m. Das gesamte Gebäude war 27,5m lang. Mit zwei Pferden konnten in einer achtstündigen Schicht 32 Fördertonnen vom Gnade Gottes Stolln aus ca. 140m Tiefe gefördert werden. Eine Fördertonne faßte etwa 0,25m³ Masse.

Die Grube selbst besaß keine Pferde - für 1 bis 2 Taler pro Schicht bespannten Fuhrleute, Bauern bzw. die Johanngeorgenstädter Postmeister den Pferdegöpel. Neben dem Treiber für die Pferde benötigte man zum Betrieb des Göpels den Anschläger im Füllort des Schachtes, der die Fördertonnen zu füllen hatte und den Treibemeister. Letzterem oblag die Aufsicht im Göpel. Er betätigte die Bremse und hielt mit einer Signaleinrichtung Verbindung zum Anschläger.

Bild Seilscheiben
Seilscheiben im Gebälk des Treibehauses

Bild Hängebank
Hängebank d
es Schachtes

Bild Göpelwelle
Göpelspindel mit Seiltrommel