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Sonderausstellungen

Highlight: Das Johanngeorgenstädter Bergleichenornat
Sonderausstellung im Pferdegöpel 1995

Geschnitztes und bemaltes Sargschild des Bergleichenornats mit bergmännischem Motiv (nach Agricola)

Geschnitztes und bemaltes Sargschild des Bergleichenornats mit bergmännischem Motiv (nach Agricola)

Das Erzgebirge ist nachhaltig wie kaum eine andere Kulturlandschaft durch den Bergbau geprägt worden. Sei es in der Sprache, in Lebensart oder in der Volkskunst - bis auf den heutigen Tag ist das bergmännische Brauchtum tief verwurzelt - man denke nur an den Gruß "Glück Auf". Interessanterweise gibt es jedoch auch Aspekte des Lebens unserer bergmännischen Vorfahren, die heute fast vergessen sind - dazu gehören die bergmännischen Grabgebräuche. Bedingt durch den gefahrvollen Arbeitsalltag unter Tage, sah sich der Bergmann nur allzu oft mit dem Tod konfrontiert. War es kein Unfall, so ließen Berufskrankheiten den Bergmann nicht alt werden. Zur dürftigen sozialen Absicherung der Hinterbliebenen sammelten die Bergknappschaften den Büchsenpfennig. Doch ein weiteres Problem war für die ihres Ernährers beraubte Familie die Bezahlung eines würdigen, standesgemäßen Begräbnisses.

Geschnitztes und bemaltes Sargschild des Bergleichenornats mit bergmännischem Motiv aus dem Jahre 1731

Geschnitztes und bemaltes Sargschild des Bergleichenornats mit bergmännischem Motiv aus dem Jahre 1731

Deshalb entstand 1689 in Johanngeorgenstadt neben der Bergknappschaft eine Bergbrüder-Leichengesellschaft. Mitglieder waren Bergbeamte, Schichtmeister, Steiger und Bergleute - aber auch Handwerker konnten sich einkaufen. Zu den Pflichten zählte vierteljährlich die Entrichtung des Quartalsgeldes. Außerdem war beim Tod eines Mitgliedes jeder verpflichtet, mit zu Grabe zu gehen. Der vorhandene "Leichenornat" durfte dabei kostenlos benutzt werden. Dieser bestand aus Sargtuch, Kruzifix, Sargschildern, Mänteln und Trauerhüten. Während des Trauermarsches wurde der Sarg durch ein Tuch verhüllt, auf das ein Auflege-Kruzifix gebunden wurde - an den Seiten hingen sechs oder acht Sargschilder. Gemeinsam wie zur Arbeit zogen die Bergbrüder zum Friedhof - zur letzten Schicht. Das letzte nach diesem uralten Zeremoniell abgehaltene Begräbnis wurde am 4. Januar 1930 dem Johanngeorgenstädter Bergdirektor Ernst Rudolf Poller bereitet.


Auflege-Kruzifix und Sargtuch des Johanngeorgenstädter Bergleichenornats

Auflege-Kruzifix und Sargtuch des Johanngeorgenstädter Bergleichenornats

Glücklicherweise sind große Teile des Johanngeorgenstädter "Bergleichenornats" erhalten geblieben. ältestes Stück ist ein Sargtuch aus dem Jahres 1683. Besonders sehenswert sind neben wertvollen, handgeschnitzten und vergoldeten Kruzifixen eine Reihe von Sargschildern aus dem 18. Jahrhundert. Diese 30 bis 40 cm hohen, ovalen Tafeln sind durch geschnitzte und bemalte bzw. vergoldete Abbildungen geschmückt. Neben Darstellungen des Leidensweges Christi dominieren Symbole des Bergbaues und der verschiedenen Handwerksinnungen (Bäcker, Fleischer, Schneider, Schlosser, Stellmacher und Schuhmacher). Etwa 200 solcher Sargschilder sind im Erzgebirge, in Thüringen und im Mansfelder Land erhalten geblieben. Neben Schnitzereien gibt es auch getriebene oder gegossene Schilder aus Messing, Zinn oder Silber, Ölbilder auf Holz oder gestickte Sarglappen.





Begräbnis des Betriebsdirektors Ernst Rudolph Poller im Januar 1930 - am Sarg sind die Sargschilder befestigt

Begräbnis des Betriebsdirektors Ernst Rudolph Poller im Januar 1930 - am Sarg sind die Sargschilder befestigt

Die letzte Schicht - Bergmännische Grabgebräuche von Helmut Wilsdorf und Steffen Brock

Das interessante Buch zu dieser Thematik: "Die letzte Schicht - Bergmännische Grabgebräuche" von Helmut Wilsdorf und Steffen Brock (1994 erschienen) ist leider nur noch antiquarisch zu haben.

Bergmännisches Begräbnis für ein Mitglied der Bergknappschaft Johanngeorgenstadt (1988)

Bergmännisches Begräbnis für ein Mitglied der Bergknappschaft Johanngeorgenstadt (1988)

Vorträge im Göpel

  • die Befahrung des Markus Semmler-Stollns (unter Schlema und Schneeberg)
  • Das sächsische Kobalt- und Blaufarbenwesen
  • Bergbau im Westerzgebirge
  • Sagenhaftes aus St. Joachimsthal 500 Jahre St. Joachimsthal / Jachymov
  • Der Johanngeorgenstädter Buchhändler Carl Stopp und sein Postkartenverlag
  • Historische Schmalfilme aus Johanngeorgenstadt Thema: Wintersport
  • 275 Jahre Schwibbogen aus Johanngeorgenstadt
  • Johanngeorgenstadt während des 1. Weltkriegs
  • Johanngeorgenstadt in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg
  • Historische Schmalfilme aus Johanngeorgenstadt (1925-1990)
  • Gemeinsamer Vortragsabend mit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde aus Anlass des 357. Stadtgründungstages : Kirchenbücher erzählen ...
  • artmontan im Pferdegöpel Johanngeorgenstadt - Farben des Himmels - Eine Nachtmusik Musik in Hell- und Dunkelblau Mitwirkende: Renato Rozic Consort
  • artmontan im Pferdegöpel Johanngeorgenstadt - Indian Summer - Farbträume im Herbst Mitwirkende: The Paperboys (Kanada), Art Tremondo (Deutschland)
  • Tödliche Unfälle beim Johanngeorgenstädter Bergbau
  • Erinnerungen von Pfarrer i.R. Peter Mürbe an seinen Dienst als Bergarbeiter-Diakon in Johanngeorgenstadt während der Wismut-Zeit
  • Oberhofprediger Dr. Jacob Weller und andere wichtige Personen bei der Stadtgründung von Johanngeorgenstadt
  • Exulantenflucht und Stadtgründung
  • Die Straßen von Johanngeorgenstadt und ihre Namen
  • Das Gemeinwesen von Johanngeorgenstadt
  • Das Schicksal der jüdischen Familie Lewinson aus Johanngeorgenstadt
  • Johanngeorgenstadt in Reisebeschreibungen des 19. Jahrhunderts
  • Nachkriegszeit und Wismut-Bergbau - Johanngeorgenstadt 1945-1961
  • Die Geschehnisse stalinistischer Verfolgungen in den Jahren 1945-1950

Andere Sonderausstellungen

Wintersport in Johanngeorgenstadt

05.02.1893 erstmals übte eine Schneeläufervereinigung an unseren Hängen. Seitdem haben JohanngeorgenstädterInnen erfolgreich Wintersport ausgeübt. Bis zu Olympiasieger Björn Kircheisen lässt sich die erfolgreiche Arbeit des WSV 08 verfolgen. Das wurde in einer Sonderausstellung gewürdigt.

Link zur Website des WSV 08 Johanngeorgenstadt

Johanngeorgenstadt zur Wismut-Zeit (Bilder und Zeichnungen von Carl Heinz Westenburger)

Westenburger hat nach eigener Aussage selbst bei der Gestaltung wichtiger Zentren in den Städten und Gemeinden mitarbeiten können. Sein künstlerisches Wirken ist eng mit dem Erzgebirge verbunden. Bekannt ist er insbesondere für seine Landschaftsdarstellungen und seine Porträts.
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Max Schreyer - Der Dichter des Vuglbeerbaam-Liedes

August Max Schreyer wurde 7. September 1845 in Johanngeorgenstadt geboren. Er war Förster und dem Erzgebirge sehr verbunden. Vermutlich dichtete er1887 das bekannte Volkslied Dar Vuglbeerbaam Daher wurde ihm eine Sonderausstellung gewidmet.

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Die Johanngeorgenstädter Fürstenbilder

Die Ausstellung zu den Gemälden. Im Moment bemüht man sich um eine Gemälderestaurierung der Fürstenbilder. Drei wurden bereits restauriert und öffentlich gezeigt! Seit März 2017 wurden von der unteren Denkmalschutzbehörde alle Gemälde unter Denkmalschutz gestellt. Das hat den Vorteil, dass die Stadt Fördermittel für die Restaurierungsarbeiten beantragen kann.Dann könnten die Arbeiten nach Zuweisung der Gelder an drei weiteren Gemälden Johann Georg III., Friedrich Christian und auch für das Gemälde Johann Georg I., dem Namensgeber unserer Stadt fortgesetzt werden. Ausgeführt werden die Arbeiten von Frau Mothes. Sie stammt ursprünglich aus unserer Stadt, ist von Beruf Diplom-Restauratorin und arbeitet als Dozentin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig

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Johanngeorgenstädter Lederhandschuhmacher (um 1910)
130 Jahre Lederhandschuhindustrie

130 Jahre Lederhandschuhindustrie (I)

Im Jahre 1868 begann in Johanngeorgenstadt die Herstellung von Lederhandschuhen. Mehr als 2500 Menschen waren in den 1920er Jahren in dieser Branche beschäftigt - zum Großteil für den Export in die USA. Nach dem 2. Weltkrieg waren mehr als 20 Kleinbetriebe in der Stadt tätig

Das von Eugen Kircheisen geschaffene Denkmal für Christian Friedrich Röder
Eugen Kircheisen

Sonderausstellung 2011 Der Bildhauer Eugen Kircheisen (1855-1913) und das Röder-Denkmal

Die Ausstellung beschäftigte sich mit der wechselvollen Geschichte des Denkmals und der Person des Kantors und Schuldirektors Christian Friedrich Röder. Nicht zuletzt ging es auch um Leben und Schaffen des aus Johanngeorgenstadt stammenden Bildhauers Eugen Viktor Kircheisen , der das Röder-Denkmal am Marktplatz geschaffen hat. Erstmals gezeigt werden vier von Kircheisen in den Jahren zwischen 1901 und 1908 geschaffenen Porträtreliefs, die der Förderverein Pferdegöpel kürzlich erwerben konnte.Sein wichtigstes Werk war das Denkmal für den Kunstmaler Ludwig Richter auf der Brühlschen Terrasse in Dresden - welches im 2. Weltkrieg eingeschmolzen wurde

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130 Jahre Lederhandschuhindustrie
130 Jahre Lederhandschuhindustrie
130 Jahre Lederhandschuhindustrie

130 Jahre Lederhandschuhindustrie (II)

Diese wurden 1959 zu einer PGH zusammengeschlossen . 1972 erfolgte die Verstaatlichung. Leider ist im Gefolge der Wende diese traditionsreiche Industrie fast vollständig erloschen. In Johanngeorgenstadt ist heute noch Frank Zahor tätig, In Schneeberg der gebürtige Johanngeorgenstädter Nils Bergauer.. Der Förderverein Pferdegöpel e.V. widmete der Lederhandschuhindustrie 1998 eine Sonderausstellung.

Link zur Seite von Nils Bergauer
Aus der Geschichte der Johanngeorgenstädter Möbelindustrie
Aus der Geschichte der Johanngeorgenstädter Möbelindustrie
Aus der Geschichte der Johanngeorgenstädter Möbelindustrie

Sonderausstellung 2012 * Zur Geschichte der Johanngeorgenstädter Möbelindustrie






Vom 9.9.-9.12.2012 präsentierten wir diese Sonderausstellung. Im Mittelpunkt stand dabei die Möbelfabrik Gotthold Heinz bzw. der spätere VEB Spezialmöbelfabrik. Aus einer 1817 gegründeten Schatullentischlerei entwickelte sich ab 1900 ein leistungsfähiger Betrieb für Büro- und Nähmaschinenmöbel.

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